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„Eine der coolsten Erfahrungen!“

Du überlegst noch, ob du dich für einen EFD in Italien bewerben sollst? Dann lies Julias Brief an ihre Nachfolger*innen. Hier erzählt sie von ihren Erfahrungen im Integrationsprojekt mit Romfrauen in Mailand. 

„Hallo Vielleicht-EFDler!"
Wenn du hier gelandet bist und das liest, hast du alles richtig gemacht! Ich weiß noch, als ich letztes Jahr einen Freiwilligendienst im Ausland gesucht habe, nach Vergleichen der Angebote und Programme bin ich durch Zufall auf den Europäischen Freiwilligendienst aufmerksam geworden. Und ich muss ehrlich zugeben, zuvor hatte ich noch nie etwas davon gehört.

Was fand ich so attraktiv am EFD?
Ganz ohne Frage die Tatsache, dass ich nicht wie bei anderen Freiwilligendiensten im Ausland Geld investieren muss für Reise, Unterkunft etc., sondern, dass ich wie bei einem mir bekannten FSJ in Deutschland „bezahlt“ werde. Das hat mir meine Entscheidung, mit welcher Organisation ich dieses Jahr erleben möchte, tatsächlich sehr einfach gemacht! So wie du, habe auch ich mich schon ganz am Anfang meiner Recherchen für Italien als Land, in dem ich ein Jahr leben und arbeiten möchte, entschieden. Einen Herzschlag später hab ich mich dann auch schon in Mailand wiedergefunden.

Mein EFD-Projekt in Mailand
Ich wurde für das Projekt TAIVÉ- UN FILO PER L’INTEGRAZIONE ausgewählt. Da du dir darunter jetzt vermutlich nichts vorstellen kannst, erklärt ich’s dir einfach mal: Wir sind eine kleine Schneiderei (und Bügelei), in der anfangs ausschließlich Frauen mit kulturellem Hintergrund der Roma, angestellt wurden. Mittlerweile wurde das Feld allerdings auf ausländische Frauen erweitert. Diese Möglichkeit, die die Frauen bekommen, also einen Arbeitsplatz für maximal zwei Jahre zu erhalten, gibt ihnen die Möglichkeit, sich langsam an das Arbeitsumfeld zu gewöhnen. Du musst dir vorstellen, dass viele der Frauen noch nie gearbeitet haben, Analphabetinnen sind oder sehr traumatische Episoden in ihrem Leben durchstehen mussten. Das Projekt wurde ins Leben gerufen, um den Frauen den Einstieg in die Arbeitswelt zu ermöglichen und zu erleichtern. Außerdem wird versucht, den Frauen in der Zeit, in der sie im Laden arbeiten, eine Arbeitsstelle auf dem „echten Arbeitsmarkt“ zu vermitteln. Das ganze Projekt ist also darauf ausgerichtet, den Frauen bei Emanzipation zu helfen!

Was sind meine Aufgaben?
Ich beschreibe mich gerne als Mädchen für alles. Ich kaufe am Supermarkt um die Ecke lebensnotwendige Dinge wie Klopapier, Kaffee und Kekse. Außerdem bin ich zusammen mit meiner Zivildienst-Kollegin für den Stoffeinkauf zuständig. Wir achten darauf, dass alle Arbeiten im Laden mit Hinsicht auf Deadlines in die Hand genommen werden. Ich bin außerdem für das Inventar der selbst genähten Produkte sowie für die Gestaltung des Schaufensters zuständig. Aber meine wichtigste Aufgabe ist das Aufbauen einer Beziehung zu den Frauen. Das Klima im Laden hängt sehr davon ab, wie du dich mit den Frauen verstehst. Deshalb bin ich der Überzeugung, dass du ein eher aufgeweckter Mensch sein solltest, der sich nicht scheut, trotz imperfekten Sprachkenntnisse Konversationen zu führen. Außerdem denke ich, dass es wichtig wäre, dass du bereits etwas Italienisch sprichst. Es hat sich für mich sehr ausgezahlt, die Sprache schon relativ gut zu können (ich habe in der Schule 5 Jahre lang Italienisch gehabt). Das wird mir im Vergleich zu meiner Vorgängerin, die die Sprache nicht konnte, immer sehr stark bewusst: sie hat sich in den ersten Monaten etwas schwergetan, sich in dem Umfeld einzubringen, weil die sprachliche Barriere einfach sehr schwer zu überwinden war. Daher denke ich, es wäre sehr schade, ein paar dieser Monate nicht vollkommen auskosten zu können.

Coolste Erfahrung meines Lebens
Denn ich muss ehrlich zugeben, dass der Freiwilligendienst eine der coolsten Erfahrungen ist, die ich bisher in meinem Leben gemacht habe! Ich habe viel über neue Kulturen, die Sprache, aber auch mich selber gelernt! Und ich würde die gleiche Entscheidung jeder Zeit wieder treffen! Falls du jetzt etwas überwältigt von den ganzen Informationen sein solltest, mach dir keine Sorgen! Denn sowohl aus Deutschland (von Ruth) als auch in Mailand von der Caritas Ambrosiana, wirst du sehr viel Unterstützung bekommen! Bei allen Problemen und Fragen konnte ich mich an unsere Verantwortliche Daniela richten, die immer bereit war uns zu helfen, und sich mit Herzblut für uns in Zeug gelegt hat! Von Anfang an habe ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt! Es ist eine Super-Erfahrung, für eine Zeit lang nicht nur für sich zu arbeiten, sondern sich auch für andere Menschen einzusetzen. Wenn dir das liegt, dann ist das EFD auf jeden Fall das Richtige für dich! Ich wünsche dir viel Glück beim Vorstellungsgespräch! :D